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Lgbt freundliche Reiseziele fürs Campen: Ein lesbisches Pärchen auf einem Campingplatz hält eine Regenbogen-Flagge in den Händen und lacht sich an
Lgbt freundliche Reiseziele fürs Campen: Ein lesbisches Pärchen auf einem Campingplatz hält eine Regenbogen-Flagge in den Händen und lacht sich an

Gay Travel Index 2026: Die LGBTQ+-freundlichsten Reiseziele

Julia - Praktikantin bei CamperBoys
Artikel von Julia

In vielen Ländern spielt es längst keine Rolle mehr, welche sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität Menschen haben. Welche Reiseziele auch 2026 noch besonders LGBTQ+-freundlich sind, verrät der Gay Travel Index.


Campen ist für viele der Inbegriff von Freiheit. Die Freiheit, sich von der Reiselust treiben zu lassen und genau dort hinzufahren, wo es am Schönsten ist. und im eigenen Zuhause auf vier Rädern da zu übernachten, wo es einem am Besten gefällt.
Leider ist dieses Freiheitsgefühl insbesondere für Reisende aus der LGBTQ+ Community nicht immer gegeben. Denn leider stoßen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität nach wie vor auf Intoleranz, Vorurteile, Einschränkungen und teils sogar Verfolgung.
Reisende der LGBTQ+ Community müssen ihre Reiseziele deshalb oft mit nochmal mehr Bedacht auswählen - auch, wenn es ums Campen geht. Wie frei und sicher sind Menschen aus der queeren Community in verschiedenen Urlaubsländern? Wo können sie sich sicher und willkommen fühlen und auf Gleichgesinnte treffen?
Der Spartacus Gay Travel Index nimmt Urlaubsländer in Europa und weltweit genauer unter die Lupe und bewertet, wie LGBTQ+-freundlich oder unfreundlich sie sind 🏳️‍🌈
Love is love: Eine junge Frau formt mit ihren Händen, die sie aus dem Fenster ihres Campers streckt, ein Herz

Wer gehört zur LGBTQ+ Community? 🌈

"LGBTQ+" ist eine Abkürzung der englischen Wörter "Lesbian", "Gay", "Bisexual", "Transsexual/Transgender" und "Queer". Oftmals wird der Begriff um weitere Buchstaben ergänzt. Der Begriff "LGBTQIA+" umfasst alle lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen/transgender, queeren, aber auch intersexuellen und asexuellen Menschen. Mit dem "+" werden weitere Geschlechtsidentitäten einbezogen. Hier könnt ihr euch darüber informieren, was die jeweiligen sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten bedeuten.
Eine Person, fotografiert von hinten, hält die bunte Regenbogen Flagge der LGBTQIA+-Community in den Händen.

Wie sicher fühlen sich Reisende der LGBTQIA+ Community?

Unbesorgt Urlaub machen ist für alle Reisenden wichtig, aber leider nicht für alle gleich selbstverständlich. Das zeigt auch die aktuelle Travel Proud Studie von booking.com aus dem Jahr 2026, für die weltweit über 13.300 LGBTQ+-Reisende in 19 Ländern befragt wurden.
Fast 6 von 10 LGBTQIA+-Reisenden (58%) haben demnach im letzten Jahr mindestens eine negative Erfahrung im Zusammenhang mit ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Identität auf Reisen gemacht.
Nur knapp ein Drittel (31%) der LGBTQ+-Reisenden gibt weltweit an, auf Reisen offen mit der eigenen Identität umzugehen. Fast die Hälfte (48%) scannt regelmäßig die Umgebung, um zu prüfen, ob es sicher ist, bevor sie öffentlich Zuneigung zeigen.
Trotzdem bleibt die Reiselust groß: 66% der Befragten legen weltweit Wert darauf, Reiseziele zu wählen, an denen sie ganz sie selbst sein können.
Ein schwules Paar auf ihrer Reise mit dem Camper: vor dem Sonnenuntergang am Meer zeigen sie ein Peace-Zeichen.

Der Spartacus Gay Travel Index - kurz erklärt

Was ist der Gay Travel Index?

Der Gay Travel Index wird seit 2012 jedes Jahr vom Reiseblog "Spartacus – International Gay Guide" veröffentlicht. Er misst die rechtliche Situation und die Lebensbedingungen für Mitglieder der LGBTQ+ Community in Staaten weltweit. Und erstellt darauf basierend ein Ranking der Länder danach, ob sie für schwule, lesbische, bisexuelle, Transgender- und queere Menschen sichere Reiseziele sind.
Im Jahr 2026 wurden mit dem Gay Travel Index 216 Länder auf ihre LGBTQ+-Freundlichkeit untersucht. Bei der Auswertung werden unter anderem Quellen von frei zugänglichen NGOs und Regierungsorganisationen berücksichtigt. Zum Beispiel von der ILGA World, einem Zusammenschluss aus mehreren Organisationen, der sich weltweit für queere Menschenrechte einsetzt. Er veröffentlicht jährlich Weltkarten zur Verdeutlichung der Gesetzeslage zum Thema.
Walchensee_Bayern_Deutschland_Berge_VW_California_Ocean_Melli_Lea_Shelly_Diversity_Freunde_Sommer_114.png

Welche Kategorien umfasst der Gay Travel Index?

Der Gay Travel Index bewertet die Staaten und Regionen anhand eines Punktesystems danach, ob sie für Mitglieder der LGBTQ+ Community als Reiseziel empfehlenswert sind.
Auch 2026 vergibt Spartacus Travel Bewertungspunkte in insgesamt 18 Kategorien, die von der Ehe für alle über Antidiskriminierungsgesetze, Adoptionsrechte und Verfolgung bis zur Todesstrafe für Homosexuelle reichen.
Minuspunkte bekommen Länder, wenn:
  • Pride-Paraden verboten sind
  • Homosexualität unter Strafe gestellt wird
  • Die Regenbogenflagge verboten ist
  • Inhalte in Büchern und Filmen eingeschränkt werden
Positiv bewertet werden Länder, die:
  • Sich gegen Diskriminierung einsetzen
  • Homosexuelle Paare heiraten und Kinder adoptieren dürfen
  • Transgender-Rechte gesetzlich verankern
  • Eine dritte Geschlechtsoption (Intersex/3rd Option) rechtlich anerkennen
Drei junge Menschen der LGBTQ-Community laufen springend einen Berg auf einer Straße nach oben, im Hintergrund sieht man eine Berglandschaft.

Gay Travel Index: Die LGBTQ+-freundlichsten Reiseziele 2026

  • Platz 1: Island
  • Platz 2: Malta, Spanien
  • Platz 4: Kanada, Belgien, Deutschland, Portugal
  • Platz 8: Neuseeland, Norwegen, Schweiz
  • Platz 11: Australien, Frankreich, Chile, Urugay

Island an der Spitze

Auf dem ersten Platz steht in diesem Jahr ein klarer Alleingänger: Island. Das Land im hohen Norden hat sich von 13 auf 14 Punkte gesteigert und führt den Index 2026 damit erstmals allein an. Letztes Jahr musste sich Island den ersten Platz noch mit vier anderen Ländern teilen.

Malta und Spanien auf Platz zwei

Den zweiten Platz belegen mit jeweils 13 Punkten Malta und Spanien. Beide Länder lagen bereits 2025 ganz vorne und teilten sich dort sogar noch Platz eins.

Deutschland klettert auf Platz vier

Auf Rang vier folgen gleich vier Länder mit je 12 Punkten: Belgien, Portugal, Kanada und Deutschland. Deutschland kann sich dabei über eine Verbesserung von Platz 6 auf Platz 4 freuen. Die Gesamtpunktzahl für Deutschland bleibt zwar stabil, doch Verschlechterungen in anderen Ländern sorgten für eine bessere Platzierung im Ranking. Kanada hingegen hat im Vergleich zu 2025, als es noch auf dem geteilten ersten Platz lag, Positionen eingebüßt.

Rückschritte für Spitzenreiter

Ein bemerkenswerter Trend 2026: Kanada, Australien und Dänemark verlieren Punkte in der Kategorie „Locals Hostile", weil Umfragewerte zur gesellschaftlichen Akzeptanz von LGBTQIA+-Personen in diesen Ländern sinken.

Die größten Aufsteiger: Polen und Nepal

Die größten Verbesserungen im Ranking haben in diesem Jahr Polen und Nepal hingelegt. Polen katapultierte sich von Platz 118 auf Platz 59. Grund dafür sind erzielte Fortschritte bei den Rechten von Trans-Personen. Zudem hat sich das gesellschaftliche Klima im Land entspannt. Nepal verbessert sich um 21 Plätze und landet auf Platz 32, unter anderem dank wachsender Toleranz und mehr Sicherheit für queere Reisende.
Den gesamten Bericht mit der Wertung je Land in den einzelnen Kategorien findet ihr hier.
Ein lesbisches Pärchen lacht sich aus dem Fenster eines Campers an und hält eine Getränkedose in der Hand.

Gay Travel Index: Welche Länder 2026 besonders schlecht abschneiden

Am unteren Ende des Gay Travel Index stehen Länder, in denen Reisende aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität leider mit Diskriminierung und teils sogar Verfolgung rechnen müssen.
Wirft man einen Blick auf Europa, dann landen die Türkei, Belarus, Russland und der Vatikan auf den hinteren Plätzen.
  • Platz 216: Jemen
  • Platz 215: Iran
  • Platz 212: Saudi Arabien, Tschetschenien, Afghanistan
  • Platz 211: Somalia
  • Platz 210: Uganda
  • Platz 208: Iraq, Vereinigte Arabische Emirate
Eine Person mit Regenbogenflagge in der Hand steht neben einem Camper - der Gay Travel Index bewertet, wie LGBTQ-freundlich Länder weltweit sind.

Spartacus Gay Travel Index USA 2026

In den USA ist die Lage für lesbische, schwule und queere Reisende weiterhin gespalten. Insgesamt landen die Vereinigten Staaten 2026 nur noch auf Platz 47 mit lediglich 4 Punkten – ein deutlicher Absturz gegenüber Platz 41 im Vorjahr.
Weil die gesellschaftliche, aber vor allem rechtliche Situation für Menschen der LGBTQ+ Community in den USA sich je nach Bundesstaat stark unterscheidet, veröffentlicht Spartacus aber auch einen separaten Index, in dem die 50 Bundesstaaten genauer unter die Lupe genommen werden.
Anführer der Liste ist weiterhin New York, gefolgt von Kalifornien, Nevada und Washington auf dem zweiten Platz sowie Colorado, New Jersey, New Mexico und Oregon auf Platz fünf. Wer auf ein LGBTQ+-freundliches Reiseziel Wert legt, ist in diesen Staaten gut aufgehoben.
Auf den hintersten Plätzen liegen inzwischen Arkansas, Oklahoma und Tennessee. Gründe hierfür sind unter anderem Zensurmaßnahmen und eine eingeschränkte medizinische Versorgung für trans Personen. Auch Idaho verschärft seine Gesetzgebung erheblich, etwa durch Einschränkungen bei der medizinischen Versorgung von Trans-Personen und die Abschaffung einer dritten Geschlechtsoption.
Der Gay Travel Index macht deutlich: Zwischen einem vergleichsweise sicheren und einem klar feindlichen Umfeld kann in den USA mitunter nur eine einzige Bundesstaatsgrenze liegen.
Gay Travel Index: Ein lesbisches Paar umarmt sich neben ihrem Camper während dem Sonnenuntergang.

LGBTQ+-freundliche Städte in Deutschland

Deutschland klettert 2026 auf Platz 4 der queerfreundlichsten Länder weltweit und gehört damit zur europäischen Spitzengruppe – gemeinsam mit Belgien und Portugal erreicht das Land 12 Punkte. Einen Minuspunkt erhält Deutschland dabei weiterhin in der Kategorie feindselige Einheimische, weil sich Teile der Bevölkerung homosexuellen und queeren Reisenden gegenüber nach wie vor ablehnend zeigen.
Unsere Hauptstadt Berlin zählt dabei zu den größten Gay-Metropolen Europas und ist deshalb ein spannendes Reiseziel für die LGBTQ+-Community. Der erste Christopher Street Day fand in Berlin schon 1979 statt und gilt heute als einer der größten seiner Art in Europa. Auch Köln darf als Top Spot nicht auf der Liste fehlen, denn die Stadt ist sehr bekannt für ihre Schwulenszene.
Wann ihr am Christopher Street Day in den großen deutschen Städten Vielfalt feiern könnt, haben wir euch hier aufgelistet. Und vielleicht ist eine Camperreise ja eine coole Möglichkeit, in einer davon nicht nur Urlaub zu machen, sondern auch für Toleranz einzustehen?
Termine, wann in deutschen Städten Pride Paraden gefeiert werden, findet ihr hier.
Lgbt freundliche Länder: Regenbogenflagge aus einer CSD Parade.

Queer Travel Tipps in Europa

Schönerweise hat Europa viele interessante Reisziele zu bieten, an denen lesbische, schwule oder queere Personen ohne Sorge vor Ablehnung Urlaub machen können.
Zu den Hotspots der Lesben- und Schwulen-Community (auch zum Campen) in Europa gehören in Griechenland Mykonos, Santorin und die Insel Lesbos, auf der jedes Jahr eine der größten Lesben-Partys der Welt, das Sappho Women – International Eressos Women's Festival, stattfindet.
Auch in Spanien finden sich beliebte Ziele der LGBTQ+ Community: Gran Canaria, Ibiza und das ehemalige Fischerdorf Sitges zum Beispiel. Im Mai findet auf Gran Canaria jährlich die beliebte Gay Pride Maspalomas statt. Und auf Mallorca wird jedes Jahr das internationale Lesben-Festival Ella gefeiert.
Island gilt übrigens als besonders lesbenfreundliches Reiseziel. Kein Wunder, denn mit Jóhanna Sigurðardóttir bekam das Land 2009 die erste offen homosexuelle Regierungschefin der Welt. Auch Schweden gilt als eines der queer-freundlichsten Reiseziele, in dem viele große Pride Festivals stattfinden.
Drei Freunde beim Camping am See in Bayern sitzen an einem Campingtisch am Ufer

Fazit zu den LGBTQ+-freundlichsten Reisezielen fürs Campen

Unbeschwert und frei Urlaub machen ist für jede:n Urlauber:in superwichtig - aber leider nicht für alle Menschen in jedem Land gleichermaßen möglich. Die Vorstellung, dass Personen der LGBTQ+ Community in manchen Ländern immer noch Einschränkungen, Diskriminierung oder gar Strafen und Verfolgung fürchten müssen, ist für uns - gelinde ausgerückt - völlig unfassbar.
Der Gay Travel Index ist daher auch nicht nur für queere Reisende relevant. Denn er gibt eine Orientierung, wie ernst Menschenrechte, Toleranz & Offenheit in unterschiedlichen Ländern genommen werden. Für alle, die das möchten, kann er also auch eine Art moralischer Kompass sein, der die Entscheidung für oder gegen ein Reiseziel beeinflussen kann.
Wir hoffen, dass es immer mehr Orte gibt, an denen Toleranz und Vielfalt gelebt wird. Denn: Reisen ist für alle. Für alle alle 🏳️‍🌈🫶
Eine Freundesgruppe feiert am Strand und zeigt Herzen mit ihren Händen in die Kamera.

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